Es ist nicht alles Eis das glänzt

Es war Dienstag, der 30. Oktober.
Nachdem wir, das waren immer noch dasFlosen und ich, aus dem Bett gekrochen sind, gab es zuerst ein richtiges Frühstück. Wir waren ja am Tag zuvor beim einkaufen.
Ich bereitete Rührei zu und dazu gab es Brot und Kaffee. Nebenher machte ich noch Brühe und Tee für die Fahrt.

An diesem Tag hatten wir eine lange Fahrt vor uns. Wir fuhren mal nicht in den Norden, sondern in den Süden nach Mefjordvær. Die Fahrt führte uns an sehr schöne Stellen vorbei.

Ich bin nun bereit für Elche. Hier muß es welche geben! Nicht umsonst stellen die solche Schilder auf!

sagte Flo während der Fahrt

In Nordkjosbotn waren wir tanken, bevor der Sprit ausging und keine Tankstelle in Sicht gewesen wäre. Ich habe an der Tankstelle noch Getränke und Sandwiches gekauft, was sich später als teuerster Einkauf herausstellen würde.

In Mefjordvær angekommen suchten wir den besten Einstieg zur vorgenommenen Route. Laut wikiloc-Beschreibung ging es gerade hoch. Als wir den Einstieg gefunden hatten, ging es den Berg über Eisberge und sehr vereiste Stellen hinauf. Flo betonte immer wieder, dass wir beim Abstieg uns wohl gegenseitig helfen müssten und ich dachte nur, daß ich nie wieder da runter kommen würde.
Durch den Schnee sah man keinen Weg und wir orientierten uns an den Fußspuren der vorangegangenen Wanderer und an der blauen Markierung, die an Bäumen und Felsen zu sehen waren.

Während wir wanderten sahen wir immer wieder Fußspuren von Tieren. Waren es Abdrücke von Schafen? Nein, die waren viel zu groß. Dann doch Kühe? Oder doch Spuren von einem Elch? Diese Frage wurde uns zu diesem Zeitpunkt nicht beantwortet.

Oben angekommen hatten wir eine sehr tolle Aussicht und der Aufstieg hatte sich wie immer gelohnt.

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Der Wind peitschte mir um die Ohren, es war kalt und langsam dämmerte es. Wir wollten nach unten. Da kam Flo auf die Idee, daß wir unsere Grödeln anziehen sollten. Für was hatte ich sie auch gekauft, wenn sie nie getestet wurden? Also ran an die Schuhe und runter ging es.

Flo versicherte sich zu Beginn immer wieder, ob bei mir mit den Grödeln und dem Abstieg alles in Ordnung war. Ja, das war es. 🙂 Ich hatte nur noch ein Grinsen im Gesicht und war wirklich überrascht, dass die Dinger an meinen Beinen einen wirklich vom rutschen hinderten.

Irgendwann hörte ich gebimmel. Da ich an einem Strommasten stand, dachte ich das kommt von da und lief weiter.

Da wieder! Dieses mal ein Stück vom Strommasten entfernt. Flo hörte es nun auch und wir schauten uns genauer um.

RENTIERE!

Große! Kleine! Mit Geweih und ohne. Graue und Braune.

In meinem Kopf spielte sich Rudolph the rednosed reindeer ab. Jetzt war ich fast in Weihnachtsstimmung. Es fehlte nur noch das es schneite und die Lichterketten. 😀

Die Rentiere liefen mit uns den Berg hinunter und kamen uns verdammt nahe. Greifen sie uns an oder schauten sie auch nur blöd?

Wir gingen etwas schneller und plumps, fand Flo ein tiefes, braunes, mooriges und nasses Loch in das er mit beiden Beinen hineinlief. Nun aber schnell runter ans Auto, bevor die Zehen weg frieren würden.

Endlich am Auto angekommen wurde das Licht am Himmel komplett ausgemacht und es war stock dunkel. Was wirklich schade war, denn wir konnten die Rentiere nicht mehr sehen und die Landschaft der Rückfahrt leider auch nicht.

Auch in dieser Nacht hielten wir an einem Straßenrand nach Polarlichtern Ausschau. Ich schlief teilweise im Auto während Flo Nüsse futterte -was mir ziemlich auf den Geist ging (raschel, raschel, schmatz, schmatz -gerade mit purer Absicht, weil er weiß, daß ich das hasse!) und Ausschau hielt. Aber es war zu bewölkt und so fuhren wir zurück zur Wohnung…

Einen Tag später hatten wir unser typisches morgendliches Ritual hinter uns gebracht, setzten uns in unser treues Gefährt, das wir liebevoll „Acy“ getauft hatten und fuhren los. Heute war das erste Ziel Komagvik, da Flo sich die Strecke anschauen wollte. Wie immer fuhren wir unter Tromsø hindurch. Ja genau, unter Tromsø. Die Stadt ist unterirdisch durch ein ausgebautes Tunnelsystem zu durchfahren. So sparte man sich den Verkehr und die Zeit, die man benötigen würde, wenn man direkt durch die Stadt fahren müsste.

Wir fuhren wieder zurück. Aber nicht zurück zur Wohnung, sondern machten einen Abstecher nach Belvik, denn dort hatte sich Flo einen Aussichtspunkt zuvor ins Auge gefasst. So parkten wir das Auto am Straßenrand und liefen einen Weg entlang, der einen Berg hinaufführte. Mehr möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht dazu sagen, denn Fotos sagen mehr als tausend Worte.

Es begann zu schneien und deshalb gingen wir zurück zum Auto. Langsam setzte auch die Dämmerung ein. Es war ja auch schon 14 Uhr und es stand noch Tromsø Stadt an. Denn anders als sonst in unseren Urlauben, hatten wir dieses mal fest eingeplant uns die Stadt zu betrachten.

In Tromsø angekommen, war es auch schon Nacht und alle Lichter brannten und glänzten. Wir aßen einen Burger und schlenderten die Fußgängerzone entlang. Ja, wir waren in Souveniershops und ja, wir haben eingekauft. Flo kaufte sich eine warme Mütze und ich warme Socken und ein Stirnband. Ich durfte ja keinen Sand mitnehmen was ich sonst oft machte.

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