Die Tour des Grauens: Von Weisswasser über Kromlau nach Bad Muskau

Motiviert packte ich an diesem Tag meinen Wanderrucksack und zog meine Turrnschuhe an. Laut Aussage meines Begleiters war die Strecke gut mit Turnschuhen zu gehen und nicht anstrengend. Viel wusste ich noch nicht. Nur das dort die bekannte Rakotzbrücke vorzufinden ist.

Der Start

Startpunkt war der Parkplatz am Bahnhof in Weisswasser.
Von dort aus ging es quer durch mehrere Siedlungen, bis ich an einem Wald ankam. Der Weg kreutze sich an einer Schiene der Waldeisenbahn, die nur im Sommer betrieben wird.

Es ging an den Gleisen entlang, die an mehreren Seen vorbei führte. Die Seen waren Überreste des Braunkohleabbaues. Nach kurzer Zeit erreichte ich den kleinen Bahnhof der Waldeisenbahn, wo mich auch schon ein großes Werbeplakat mit der Rakotzbrücke darauf anstarrte. „Herzlich Willkommen im Naturpark Kromlauer Park“ hieß es darauf. Einige Meter weiter waren auch schon die ersten Wegweiser zu sehen, die auf verschiedenen Routen durch den Kromlauer Park führten.

„Herzlich Willkommen im Labyrinth“

Am zweiten Wegweiser angekommen, nahm ich den Weg zum „Nixenteich“ und „Seerosenteich“. Der Seerosenteich hatte mehrere verwelkte Seerosen zu bieten und der Nixenteich war nicht aufzufinden, denn es waren dort überall kleine Teiche und leider keine Schilder bzw. Beschreibungen zu sehen.

So führte mich der Trampelpfad den Wald entlang, bis ich zu einer weiteren Weggabelung kam.
Wohin soll ich gehen?
Rechts oder links?
Gute Frage, denn es gab keine Beschilderung oder Markierung mehr.
Also ging ich nach links, denn in dieser Richtung waren die letzten Wegweiser zu sehen. Weiter ging es durch die Rhododendronschlucht auf den Eichenhügel. Da sollte ich aber noch gar nicht ankommen. Das eigentliche Ziel des Parks war die Rakotzbrücke.

Somit ging ich den Weg wieder zurück und suchte einen Wegweiser, der mich dorthin führte.

Endlich hatte ich den See gefunden und ich schaute ihn mir mit seiner Brücke und den sogenannten Steinorgeln an. Das besondere und bekannte an dieser Brücke sollte sein, dass durch die Spiegelung im Wasser die Brücke einen runden Kreis bildet. Nur wo war der Kreis? Der Kreis war am anderen Ufer zu sehen.
Gesehen, bewundert und festgehalten ging es nun zum Eichenhügel zurück. Von dort aus sollte es weiter gehen. Leider war auch da keine Markierung zu finden.
So irrte ich durch den Wald…
Plötzlich bin ich so erschrocken, da vor meinen Füßen auf dem Weg eine Schlange lag.
Das war es für mich! Ab da war es dann vorbei und ich hatte keine Lust mehr auf den Kromlauer Park. Ich konnte nur noch auf den Waldweg starren und wich jedem Stöckchen aus. Das war ganz schön anstrengend.

Irgendwann kam ich auf einem markierten Weg an. Aber ob das der Richtige war? Ich wusste es nicht. Trotzdem lief ich der Markierung nach, bis wir einen Mann trafen. FloSen fragte ihn, ob es dort nach Bad Muskau geht.

Das Ziel vor Augen

Es war der richtige Weg. So lief ich weiter. Da es ein kilometerlanger geteerter Weg war, schmerzten meine Waden bereits, die Fußsohlen pochten und ich musste kämpfen. Ich kämpfte so, so dass Flosi mich mit allen Mitteln aufgemuntert und motiviert hatte.
Die Strecke des Wanderführers wurde deshalb abgekürzt und ich kam recht bald in Bad Muskau an. Der direkte Weg führte mich zum „Neuen Schloß“ und dessen schön angelegtem Park. Gehen konnte ich fast nicht mehr und auch der schöne Anblick konnte ich nicht genießen. Ich war froh mich noch irgendwie auf den Beinen halten zu können, während floSen das Schloß ablichtete.

Kann nicht mehr geh´n…

Da ich fürchterliche Schmerzen und langsam sehr großen Hunger hatte, wurde eine Gelegenheit gesucht sich irgendwo niederzulassen und Nahrung aufzunehmen. In der Hoffnung, das es eine Busverbindung gab, die mich zurück nach Weisswasser bringen würde. Es gab Haltestellen, aber es fuhr kein Bus mehr.
Es war bereits 21 Uhr und ich musste froh sein, noch eine Wirtschaft zu finden, die noch Essen servierte.

In „Hermann´s Theke“ wurde ich für mein Leiden belohnt. Die Schmerzen wurden immer schlimmer, ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten und musste mir sämtliche Tränen verdrücken. Viele Tränen…
Nach dem Essen wurde für uns ein Taxi organisiert. Was für die Angestellten nicht einfach war, den Fahrer XY fuhr nicht mehr, Fahrer BC ging nicht an´s Telefon. Innerlich freundete ich mich mit dem Gedanken bereits an, die Nacht in Bad Muskau zu verbringen. Keinen Meter wäre ich zurück gelaufen, was eigentlich unser Plan war.

Das Ende

Das Taxi kam an und beinhaltete eine freundliche Fahrerin, die mich direkt an den Parklpatz nach Weisswasser an unser Auto brachte. Sie fragte ungläubig, ob wir wirklich die Strecke zu Fuß gingen. Die Fahrt kostete 19,90€. Aber das war mir sowas von egal.

Falls Ihr die Sichtweise von dasFlosen lesen wollt, dann geht es hier entlang.

3 Gedanken zu „Die Tour des Grauens: Von Weisswasser über Kromlau nach Bad Muskau

  1. Toller Artikel, lohnt sich wirklich mal dort vorbeizuschaun. Aber im Winter da liegen keine begegende Äste auf dem weg, das kann ich auch nicht gebrauchen 🙂 sehr schöne Bilder

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