Beslerrunde

Am 1. Juni sollte es also soweit sein und meine erste große Bergtour für dieses Jahr stand auf dem Programm.
Es ging in Richtung Obermaiselstein in Bayern.
Beginn der Alpinen Tour war der Parkplatz direkt am Riedbergpass, in der Nähe der Schönberg Alpe.

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Foto aus dem Buch „Genusswandern Allgäu“

Nach einem kurzen Abstieg zur genannten Alpe begann für mich die Wanderung.
Es war kurz nach 8 Uhr und ich war hoch motiviert. Mit der notwendigen Ausrüstung (Bergschuhe, Vesper, Stöcke, Foto) ging es gleich Bergauf und kurz darauf in einen Wald. Im Wald nahm ich den falschen Weg und kam an einem Zaun an, der das Ende des Weges war.

Irgendwie war ich froh, dass es dort nicht mehr weiter ging, denn es war sehr matschig und rutschig.
Also ging ich den Trampelpfad wieder zurück und meine Begleitung, das floSen, suchte im Wald den Weg zur richtigen Route. Es dauerte etwas, aber er wurde gefunden.

Es ging weiter Bergauf und am Fuße des Berges war noch Schnee vorzufinden. Noch ein kurzer Anstieg über Geröll und ich kam am Fuße des Besler´s an. Dort machte ich die ersten Fotos.

Der Morgennebel verzog sich langsam und die ersten Blumen und Felsformationen wurden sichtbar. Der Weg führte mich an einen Wegweiser: Rechts einen Abstecher zum Gipfel und links führte die Runde weiter.

Die Entscheidung war klar: Auf zum Gipfelkreuz.
Über einen matschigen und rutschigen Weg nach oben stand ich im Wald. Der Weg führte nach unten, aber ich wollte doch nach oben. Nach kurzen Überlegungen entschied ich mich den Rückweg anzutreten und die Runde entlang zu gehen. Irgendwo musste es doch zum Berggipfel gehen.

Nach etwa 20 Minuten stand ich am Klettersteig, der zum Gipfel führte und es wurde mir klar, dass der zuvor eingeschlagene Weg doch der Richtige gewesen wäre. Doof.
Naja, dann halt das nächste Mal. Ich wäre den Pfad schon gerne zurück gelaufen, aber es war mir einfach zu rutschig. Außerdem hatte ich das Gipfelbier zu Hause vergessen.

Weiter ging es in schwindelerregender Höhe. Links und rechts ging es steil bergab. Durch die gespannten Stahlseile fühlte ich mich wohler und kam heil am anderen ende an.

Nun ging es auch den Berg hinunter, dem Weg des „Naturpark Allgäuer Nagelfluhkette“ entlang, zur Oberen Gund Alpe hinunter. Die Beslerrunde führte nun in Richtung Geißwiedenkopf. Eine neue Chance, um doch noch einen Gipfel zu erklimmen. Aber irgendwie führte kein Weg dorthin. So ging es im Wald über Stock und Stein immer weiter nach unten.

Nach etwa 4 Stunden wandern war nun mal eine Pause angesagt. Ich packte das Vesper aus und hinter mir machte es auf einmal „plopp“. Da hatte doch ernsthaft meine Begleitung ein Bier für den Gipfel eingepackt. Sauerrei. Daheim hatten wir es noch davon. „Oh vergessen“, waren unsere Worte. Er wollte es aufheben und mich damit am Gipfel überraschen. So saß ich auf einem Felsen im Wald, die Aussicht war eine Tanne, aß mein Vesper und trank mein nicht-Gipfelbier.

Gestärkt ging es auf dem Waldweg hinunter in´s Tal, durch das Schönberger Achtal bis zur Herzberg Alpe.

Nach einer kurzen Rast führte der Rundweg an der Schönberger Ach entlang wieder Bergauf. Ich musste ja wieder an der Schönberg Alpe ankommen.

Die Sonne strahlte nun in voller Kraft und mir wurde warm, eher gesagt heiß. Mein Kopf glühte und an der Alpe angekommen dachte ich, er explodiert.

Am Wegweiser angekommen, der den Start-/Zielweg markierte waren nun auch meine Kräfte am Ende. Ich fragte mich, wie ich es noch zum Auto schaffen würde, denn nun sollte es wieder Bergauf gehen.
Ich hatte es geschafft und eine 6,5 stündige Wanderung war zu Ende.

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