Ein Brief an Dich

Hallo du treuer Leser,

wie du sicher schon mitbekommen hast, kommt von mir momentan nicht viel.
Dafür möchte ich mich entschuldigen.
Es liegt nicht daran, dass mir das Schreiben keinen Spaß mehr macht, sondern das ich zum einen momentan nicht weiß, wie es hier weiter gehen soll und zum anderen kann ich momentan keine Texte verfassen.

Warum? Ja, diese Frage stelle ich mir seit Monaten! Meine rechte Hand schläft. Dauernd dieses Kribbeln. In allen möglichen Situationen. Beim schlafen, essen, stricken, Zähne putzen, Auto fahren. Immer und überall. Ich weiß schon fast gar nicht mehr, wie es ist eine wache Hand zu haben.

Vor Monaten begann das Ganze. Anfangs dachte ich mir, ich lag nachts doof auf der Hand und hab mir sie halt abgedrückt. Nachdem es immer schlimmer wurde, ging ich zu meinem Hausarzt. Dieser tippte zuerst auf eine Sehnenscheidentzündung. Also hab ich sie, mit der verschriebenen Bandage, schön ruhig gestellt und nach Wochen wurde es kurzzeitig besser.

Es begann wieder. Nun kam dazu, dass sie beim stricken total taub wurde. ich hab mir nichts weiter dabei gedacht. Kommt halt mal vor.
Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und ging erneut zum Arzt. Der schickte mich zum Orthopäden. Es könnte sein, dass es mir einen Nerv irgendwie eingeklemmt hatte. Den Termin hatte ich im Sommer – heraus kam nichts, alles okay. Hauptsache einen neuen Stempel in meinem Röntgenausweis.

Gefrustet ging ich wieder zum Arzt. Nun wurde ich auf Rheuma untersucht. Wieder nichts. Zumindest weiß ich nun, dass ich kein Rheuma habe. Ist doch auch schon was.

Weitere Monate vergingen. Es wurde immer schlimmer und zehrte langsam an der Substanz. Ich konnte keine Nacht mehr durchschlafen. Ich war stundenlang wach und versuchte Mitten in der Nacht meine doofe Hand wach zu bekommen. Es half kein Kneten, kein Schütteln, kein Klopfen. Und für mich war das schlimmste, dass nicht nur ich wach wurde, sondern Flo eben auch.

Irgendwann hab ich dann einen Arbeitskollegen, der Arzt ist, darauf angesprochen, ob er eine Idee hätte was dass ein könne. Ich solle mal zu einem Neurologen gehen und mir die Nervenbahngeschwindigkeit ausmessen lassen.

Ich schöpfte neue Kraft und rief bei einem Neurologen an. Die Sprechstundenhilfe wollte wissen, welcher Arzt mich denn zu ihnen schickt. Ich meinte dann trocken: keiner. Daraufhin ließ sie mich herunter laufen und ich beendete das Gespräch und war noch gefrusteter.

Also wackelte ich wieder zu meinem Hausarzt, jammerte ihm die Ohren mal wieder voll und verließ die Praxis mit einem rosa Schein und mehreren Telefonnummern von Neurologen hier in der Nähe. Da es schon Anfang November war, machte mir mein Hausarzt keine großen Hoffnungen noch dieses Jahr bei einem Neurologen einen Termin zu bekommen.

Mit den Telefonnummern in der Hand fuhr ich nach Hause und klemmte mich an´s Telefon. Und zack, ich hatte einen Termin. Im Dezember. Na also, geht doch! Mein nächster Gedanke war: noch soooo lange…

Die Zeit bis zum Termin dauerte ewig. Flo konnte es auch kaum erwarten. So hatte es auch keinen Sinn mehr.

In der Zwischenzeit hatte ich nun den Termin beim Neurologen und die Untersuchung ergab, dass ich ein klassisches Karpilartunnelsyndrom habe. Endlich habe ich eine Diagnose. Am liebsten währe ich dem Neurologen um den Hals gefallen.
Im weiteren Gepräch offenbarte er mir, dass es wohl zu einer Operation kommen wird, da ich bereits eine Bandage habe und diese mir nicht weiterhilft. Alles weitere solle ich doch bitte mit einem Handchirurgen besprechen und versuchen noch dieses Jahr einen Termin zum Vorgespräch zu bekommen.

Wieder zu Hause rief ich in der Praxis des Chirurgens an und bekam am 23.12. einen Termin.

Meine Schnuckis waren ebenfalls erleichtert und freuten sich über meine Diagnose genauso wie ich mich selbst freute. Klar würde es heißen, dass ich operiert werden muss, aber wenn es dann endlich vorbei ist, bin ich heil froh darüber. Und dieses mal musste ich auch nicht mehr so lange warten bis der Termin vor der Türe stand.

Lediglich eine Woche dauerte es und ich konnte in das Medizinische Versorgungszentrum gehen, um mit dem Handchirurgen alles zu besprechen. Besprechen war gut, denn es war eher eine Zettelschlacht. Er machte vor mir drei Stapel: einen Stapel war voller Informationen, die ich vor und nach der Operation beachten solle. Der zweite war der Narkoseaufklärungsbogen, den ich zu Hause ausfüllen soll und zum Narkosegespräch mitnehmen muss. Und den dritten musste ich gleich ausfüllen und in der Praxis abgeben.

Der Arzt erklärte mir sehr kurz was man macht und ich konnte wieder gehen. Ich werde mindestens 2 Wochen krank geschrieben sein. Alles weitere wird sich während des Heilungsprozesses heraus stellen. Ob ich Physiotherapie benötige oder noch länger zu Hause sitzen muss.

Naja, schauen wir mal. Ich freue mich jedenfalls voll auf die Operation. Ist ja eigentlich schon etwas krank. Hauptsächlich freue ich mich darauf, dass ich nachts mal wieder durchschlafen kann.

Achso, der Termin ist am 14. Januar 2014.

Und ich hoffe, dass ich wenigstens etwas meinen Blog füttern kann. Denn Flo und Karin haben schon angekündigt, dass sie stinkig sein werden, wenn ich in irgendeiner Art und Weise meine Hand zu arg strapaziere.

Wir werden sehen!

Bis dahin wünsche ich dir einen guten Rutsch in´s neue Jahr!

Hoochi

2 Gedanken zu „Ein Brief an Dich

Kommentar verfassen